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Studentenprotest
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Der Studentenprotest ist ein Sammelbegriff fĂŒr studentische Protestaktionen, oftmals in Form von Demonstrationen, Besetzungen sowie Studentenstreiks oder GebĂŒhrenboykotten, welche von Studenten durchgefĂŒhrt werden. Die GrĂŒnde fĂŒr Studentenproteste können vielfĂ€ltig sein, hĂ€ufig soll auf schlechte Studienbedingungen hingewiesen werden (Bildungsbenachteiligung/Bildungspolitik). Politische Proteste an UniversitĂ€ten und Studentenbewegungen waren oft Ausgangspunkt fĂŒr VolksaufstĂ€nde und Massendemonstrationen.
Studentenproteste in Deutschland werden meist vom Studentenrat/AStA fakultĂ€tsĂŒbergreifend organisiert, die UnterstĂŒtzung der Hochschulleitung hingegen ist nur manchmal gegeben. Oft dauern Protestaktionen ĂŒber Tage oder Wochen hinweg an, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Contents
âą Geschichte
âą Deutschland
âą Frankreich
âą Ăsterreich
âą Schweiz
âą Griechenland
âą Literatur
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Die Proteste der 68er-Bewegung waren ursprĂŒnglich und hauptsĂ€chlich globale Studentenproteste. Weltweit waren Studenten politisch engagiert. In Mexiko kam es zum Massaker von Tlatelolco an demonstrierenden Studenten. 1969 rief Franco wegen Studentenprotesten den Ausnahmezustand aus.
Deutschland
Proteste gegen den Nationalsozialismus
Einzelne Proteste von Studenten gab es gegen den Nationalsozialismus, vor allem von linken und konservativen Studenten. Im Juni 1934 kam es zu den â Göttinger Krawallen genannten â Auseinandersetzungen zwischen Göttinger Verbindungsstudenten und Mitgliedern des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) die sich daran entzĂŒndeten, dass die Verbindungsstudenten trotz Verbots in der Ăffentlichkeit MĂŒtzen und BĂ€nder trugen.
Im Mai 1935 störten Mitglieder des Corps Saxo-Borussia Heidelberg die Ăbertragung einer Hitler-Rede in einem Heidelberger Studentenlokal durch lautes Gegröle, erzĂ€hlten sich in ĂŒberlautem Ton Hitlerwitze und bliesen auf einer leeren Sektflasche Melodien, zu denen sie Spottlieder ĂŒber die Nationalsozialisten sangen. Durch zahlreiche Beschwerden sah sich das Corps am nĂ€chsten Tage zu einer Entschuldigung beim Rektor der UniversitĂ€t veranlasst. Einige Tage spĂ€ter jedoch unterhielten sich Angehörige desselben Corps bei einem Spargelessen im Heidelberger Lokal âHirschgasseâ lautstark darĂŒber, ob âder FĂŒhrer Spargel mit Messer, Gabel oder Pfotenâ und ganz allgemein commentgemÀà esse; schlieĂlich einigten sich die Corpsstudenten darauf, Hitler besitze âein so groĂes Mundwerk, dass er den Spargel quer essen könnteâ (sog. Heidelberger Spargelessen). Umgehend nach den Geschehnissen wurde das Corps Saxo-Borussia verboten, die beteiligten Corpsstudenten von der UniversitĂ€t relegiert, der Senior Henning v. Quast wurde gar zeitweilig verhaftet.
Mai 1968
Nach dem Mordanschlag auf den StudentenfĂŒhrer Rudi Dutschke kam es zu den schwersten Krawallen. Die Proteste der Studenten richteten sich zunĂ€chst gegen schlechte Studienbedingungen, spĂ€ter vor allem gegen politische und soziale VerhĂ€ltnisse. Die Bewegung verstand sich als Teil der AuĂerparlamentarischen Opposition gegen die seit 1966 regierende GroĂe Koalition aus Union und SPD.
Siehe auch
:
Deutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre
âErsatzgeld-Kampfâ 1976
Ursache des sogenannten âErsatzgeld-Kampfsâ war, dass einige BundeslĂ€nder StudiengebĂŒhren einfĂŒhren wollten (u. a. Baden-WĂŒrttemberg), und zwar zunĂ€chst nur fĂŒr naturwissenschaftliche StudiengĂ€nge. Die Naturwissenschaftler sollten die âMehrkostenâ ihrer StudiengĂ€nge (durch Labormaterial etc.) selbst bezahlen. Durch RĂŒckmeldeboykott (d. h. niemand meldete sich zurĂŒck) und Streiks wurden diese PlĂ€ne verhindert.
âBerufsverbotestreikâ 1976/77
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Hauptartikel
:
Studentenstreik 1976/77
Am 24. November 1976 kam es im Audimax der Freien UniversitĂ€t Berlin (FU) zu einer kurzfristig von den Germanisten einberufenen Uni-VV, die mit 4.000 Teilnehmern völlig ĂŒberfĂŒllt war. Am Fachbereich Germanistik drohte zwei Dozenten aufgrund des Radikalenerlasses die Suspendierung. Die Versammlung empfahl einen uniweiten, aktiven SolidaritĂ€tsstreik, der teils sofort umgesetzt, teils ĂŒber Urabstimmungen an den Instituten beschlossen wurde. In kurzer Zeit folgten in Berlin die Hoch- und Fachhochschulen, die Schulen des Zweiten Bildungsweges und zuletzt auch die Technische UniversitĂ€t Berlin (TU) dem Aufruf zum Ausstand. Die Seminare wurden aufgelöst und durch Arbeitsgruppen [AG's], Studienkollektive und eigene Veranstaltungen ersetzt. Die Forderungen richteten sich vorrangig gegen die Ănderung des Hochschulrahmengesetzes [HRG] und gegen stark regulierte Studienbedingungen, doch war die eigentliche Triebfeder der Unmut ĂŒber die âBerufsverboteâ und die damit verbundene âGesinnungsschnĂŒffeleiâ, ein Begriff, der von Herbert Wehner geprĂ€gt worden war. Der Berufsverbotestreik, der die Politik, die Verwaltungen und auch die Ăffentlichkeit ĂŒberraschte, wurde von den âunorganisierten Studentenâ getragen, die im InnenverhĂ€ltnis die aus der 68er-Bewegung stammenden und bis dahin dominanten maoistischen K-Gruppen und die DDR-orientierten Studentenorganisationen neutralisierten. Es wurde eine basisdemokratische RĂ€testruktur aufgebaut, deren höchstes Organ in Berlin der âRegionale Streikratâ (RSR) war. In den Medien wurde schon bald ĂŒber eine âNeue Studentenbewegungâ spekuliert. Noch im Dezember 1976 wurde beschlossen, den 1969 an der FU abgeschafften AStA durch eine unabhĂ€ngige Studentenvertretung, den USTA, zu ersetzen.
Der Streik wurde zu den Weihnachtsferien gemeinsam ausgesetzt und danach im Januar 1977 â da die Forderungen der Studierenden erwartungsgemÀà nicht erfĂŒllt worden waren â wieder aufgenommen. Nun schlossen sich auch zahlreiche UniversitĂ€ten und (Fach-)Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland an. Am 25. Januar 1977 kam es zur â1.frauen-uni-VVâ im Audimax der FU. Verbucht wurden Erfolge wie die RĂŒcknahme der Entlassungen der beiden Germanistik-Dozenten und die Erhöhung des BAföG-Satzes. Die Ănderungen im HRG scheiterten kurioserweise an der Uneinigkeit der politischen Parteien im Senat. Ende Januar 1977 flauten die AktivitĂ€ten ab und der Ausstand wurde beendet. Im Sommersemester 1977 gelang es weitgehend, die Strukturen der AG's und der sich nun auch uni-politisch organisierenden Fachbereichsinitiativen und Basisgruppen auszuweiten. Im Wintersemester 1977/78 wurde der Streik wieder aufgenommen, doch wurde er von einer neuen Entwicklung abgelöst: Ein groĂer Teil der geschĂ€tzt 40.000 im Streik kontinuierlich aktiven Studierenden erkannten die drohende Isolierung bei einer Fortsetzung des universitĂ€ren Engagements und verstĂ€rkten den um diese Zeit einsetzenden Trend der Projekte-GrĂŒndungen in Stadt und Land. Viele trafen sich Ende Januar 1978 unter den 15.000 Teilnehmern beim Treffen in Tunix wieder, das diese Entwicklung fokussierte und spĂ€ter als âGeburtsstundeâ der Alternativbewegung galt.
âUniMutâ-Streik 1988/89
Der sogenannte âUniMutâ-Streik ausgehend von der Freien UniversitĂ€t Berlin mit bundesweiter Ausdehnung (zunĂ€chst vor allem Hessen, dann ganze Bundesrepublik). Nach 1976/77 erste gröĂere Serie von Besetzungen von Instituten und UnigebĂ€uden. Die FU Berlin wird fĂŒr fast ein ganzes Semester von âBesetzungsrĂ€tenâ verwaltet (bis 25. Februar 1989) und zur sog. âBefreiten Uniâ. Zahlreiche Institute wurden mit neuen Bezeichnungen versehen. In Frankfurt/Main ist die Situation geprĂ€gt von âneu entstandenen Formen der Selbstorganisation wie AktionsausschĂŒsse, Zentraler Fachschaftenrat, und Vollversammlungenâ.cite-ref-1[1] Folgen waren die EinfĂŒhrung von studentisch verwalteten Projekttutorien bis 2002 und die EinfĂŒhrung eines Reformstudiengangs in der Humanmedizin.
1990er Jahre
1993 fand der erste Streik gegen die EinfĂŒhrung der bundesweiten LangzeitstudiengebĂŒhr statt. Er wurde in den meisten UniversitĂ€ten nur als Warnstreik durchgefĂŒhrt, d. h. drei Tage Streik mit Teach-ins etc.
Die zunĂ€chst gröĂten Studentenproteste in Deutschland nach der 68er-Bewegung und dem Berufsverbotestreik 1976/77 gab es beim Studentenstreik 1997. Damals gab es, ausgehend von der Justus-Liebig-UniversitĂ€t GieĂen, an vielen UniversitĂ€ten von Kiel bis Konstanz Hochschulstreiks unter dem Motto âLucky Streikâ u. Ă€. GrĂŒnde fĂŒr den Streik waren die geringe finanzielle Ausstattung der Hochschulen, ĂŒberfĂŒllte Veranstaltungen usw.
âSpar Warsâ 2003
2003 ist in Deutschland insbesondere das Motto Spar Wars oft verwendet worden, allerdings gibt es kein ĂŒbergreifendes Leitmotiv, da wirksame Aktionen meist mit lokalem oder regionalem Charakter durchgefĂŒhrt werden. Im Dezember 2003 wurden zeitgleich in Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main Demonstrationen veranstaltet, die den Auftakt fĂŒr eine Welle von Protestaktionen machten. Auch in Weimar, Bonn, MĂŒnchen, Dresden, Göttingen und anderen StĂ€dten wurden daraufhin Streikaktionen gestartet. In ganz Niedersachsen, Hessen, Hamburg, Bremen und Berlin wurde im Wintersemester 2003/2004 gestreikt. Bei den Protesten ging es um die Verhinderung von deutschlandweit stattfindenden KĂŒrzungen im Bildungs- und Sozialbereich und die EinfĂŒhrung von Studienkonten und StudiengebĂŒhren.
Nach anfĂ€nglichem Bezug auf die reinen Einsparungen und âReformenâ wie BA/MA im Bildungsbereich fand schnell eine Ausweitung auf weitere soziale Proteste statt, wie z. B. die EinfĂŒhrung von Hartz IV. Zumindest in Berlin kann die geplante EinfĂŒhrung von Studienkonten und -gebĂŒhren zum Wintersemester 2004/2005 verhindert werden. Nach wochenlangen Interventionen von Studierenden auf PDS-Versammlungen stimmten drei Viertel aller Delegierten des Berliner PDS-Parteitags gegen das Studienkontenmodell ihres Wissenschaftssenators, der daraufhin die EinfĂŒhrung fĂŒr den Rest der Legislatur (bis Oktober 2006) aufgab. Die Einsparsumme von insgesamt 75 Mio. Euro bis 2009 mussten die Berliner UniversitĂ€ten ohne Abstriche erbringen.
Protestaktionen 2005
Im Mai 2005 kommt es wegen der geplanten StudiengebĂŒhren zu bundesweiten Protesten (Summer of Resistance) gegen die Kommodifizierung von Bildung. In Freiburg im Breisgau wird das Rektorat von Studenten 13 Tage lang besetzt gehalten. In Hamburg veranstalten Studenten verschiedene Protestaktionen, die Vollversammlung der Studenten der UniversitĂ€t Hamburg spricht sich mit 94 % gegen StudiengebĂŒhren aus bei ĂŒber 10.000 abgegebenen Stimmen. Daraufhin lĂ€sst der CDU-Senat die Proteste von der Polizei mehrmals gewaltsam auflösen.
Auch in Köln, Kiel, Oldenburg, Stuttgart, MĂŒnchen, Freiburg und weiteren StĂ€dten kommt es zu Aktionen (Dokumentation auf Indymedia). Vom 2. bis 4. Mai streikten die Studierenden der UniversitĂ€t Stuttgart und beendeten den Streik am 4. Mai mit einer 4000 Menschen starken Demonstration. Seitdem geht der Protest neben anderen Aktionen in Form einer Uni-WG in einem zentralen UniversitĂ€tsgebĂ€ude weiter. Am 24. und 25. Mai besetzen Studenten die Rektorate der UniversitĂ€ten in Hamburg, Bremen, Hildesheim, Göttingen, Braunschweig und LĂŒneburg. Im Juni werden die Aktionen bundesweit fortgesetzt, es kommt in verschiedenen StĂ€dten immer wieder zu Kundgebungen und Campus Camps. Studenten besetzen parallel zur landesweiten Demonstration gegen StudiengebĂŒhren in Essen am 23. Juni die Rektorate an den Campus Duisburg und Essen. Der Protest richtet sich gegen die geplante EinfĂŒhrung von StudiengebĂŒhren an der UniversitĂ€t Duisburg-Essen. Ende 2005 gab es in Stuttgart noch einmal heftige Proteste mit zwei GroĂdemonstrationen jeweils parallel zu den Lesungen des StudiengebĂŒhrengesetzes im Landtag, mit Beteiligungen zwischen 5000 und 10.000 Menschen.
In der Folge werden teils GebĂŒhrenplĂ€ne verschoben oder neu diskutiert, zahlreiche UniversitĂ€ten beklagen, dass ihnen die Entscheidung ĂŒber StudiengebĂŒhren von der Politik zugeschoben werde, wĂ€hrend die Finanzierungsmodelle noch unklar sein. Studentische Initiativen greifen aber auch in den Wahlkampf von Parteien ein, die fĂŒr StudiengebĂŒhren werben. Bei der Bundestagswahl 2005 war laut Umfragen Bildung (neben Arbeitslosigkeit) eines der bestimmenden Themen.
2006
Ende 2005 forderte der schleswig-holsteinische Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) in einem Eckpunktepapier fĂŒr ein neues Hochschulgesetz die EinfĂŒhrung von StudiengebĂŒhren, eine PrĂ€sidialverfassung anstelle der bisherigen Rektoratsverfassung und die Fusion der drei schleswig-holsteinischen UniversitĂ€ten LĂŒbeck, Flensburg und Kiel zu einer LandesuniversitĂ€t. FĂŒr die Studenten in Schleswig-Holstein bedeutete die PrĂ€sidialverfassung den Verlust des Mitspracherechts, da das Konsistorium, welches zu einem Drittel aus Studenten bestand und von dem der Rektor gewĂ€hlt wird, gestrichen wird. In Zukunft sollte ein Hochschulrat, bestehend aus fĂŒhrenden Persönlichkeiten der Wirtschaft und Kultur, den PrĂ€sidenten wĂ€hlen. Dieses Eckpunktepapier löste an der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t zu Kiel eine Protestwelle aus. Nach einer Vollversammlung am 18. Januar 2006 besetzte eine kleine Gruppe von Studenten, die sich selbst als UnischlĂ€fercite-ref-2[2] bezeichneten, das Rektoratshochhaus der UniversitĂ€t und forderte eine klare Stellungnahme des Rektorats zu den von Austermann vorgestellten PlĂ€nen. Der Besetzung folgten weitere Aktionen.
Der Besuch des UN-Bildungsbeauftragten Vernor Muñoz im Februar, der die Chancengleichheit untersucht und in Deutschland kritisiert hatte, gab dem Anliegen der Studenten neuen Auftrieb: Munoz bezeichnet Bildung ausdrĂŒcklich als Menschenrecht und nicht als ökonomisches Gut. In Deutschland sei wie sonst kaum noch in entwickelten LĂ€ndern gute Bildung an soziale Herkunft geknĂŒpft. Munoz kritisierte auch den Föderalismus in der Bildungspolitik.
Mitte Mai gab es Proteste in Hessen und Nordrhein-Westfalen, wo die UniversitĂ€ts-Senate nun individuell ĂŒber StudiengebĂŒhren entscheiden sollten: Rektorate in Köln, Duisburg, Siegen, Paderborn (zum zweiten Mal in diesem Jahr) wurden besetzt, eine Versammlung in Köln, wo auch die FDP-Zentrale besetzt wird, unter hohem Polizeiaufgebot gerĂ€umt. In Marburg kam es zu einer Demonstration von 4000 Studenten, die im Anschluss die Stadtautobahn fĂŒr eine Stunde besetzten, weitere Demonstrationen gab es auch in Frankfurt, Bonn und Bochum.
Am 31. Mai wurden in mehreren Landesparlamenten StudiengebĂŒhrengesetze diskutiert oder verabschiedet. Es kam u. a. zu Aktionen und Demonstrationen in Bonn, Siegen, Frankfurt, GieĂen, Wuppertal und Hamburg. In Berlin besetzten Studenten kurzzeitig aus Protest die Hamburger Landesvertretung. In Hamburg demonstrierten ca. 800 Studenten, einige Studenten besetzten Gleisanlagen. In der BĂŒrgerschaft versuchten Studenten, die Sitzung mit dem Gedicht âEs ist alles stillâ von Heinrich Heine zu stören, es kam zu Tumult, fĂŒnf Studenten wurden verhaftet und nach Leibesvisitation abtransportiert. Einige Studenten kommen in ein fĂŒr Hooligans bei der WM 2006 errichtetes GefĂ€ngnis.
Am 15. Juni grĂŒndete sich das âBerliner BĂŒndnis fĂŒr Freie Bildung â gegen StudiengebĂŒhrenâ. Hintergrund waren die zu erwartenden StudiengebĂŒhren. Im BĂŒndnis engagieren sich derzeit ĂŒber 50 Gruppen sowie zahlreiche Einzelpersonen. Am 6. Juli kam es nach einer friedlichen Demonstration mit einigen tausend Teilnehmern in Frankfurt zur Besetzung eines Autobahnzubringers, in deren Folge 231 Demonstranten festgenommen werden.cite-ref-3[3]
2008
Kurz vor den Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen organisierte das AktionsbĂŒndnis gegen StudiengebĂŒhren zusammen mit den LandesAsten, Studenten, SchĂŒlern und den Gewerkschaften Demonstrationen gegen StudiengebĂŒhren. In Hannover nahmen am 25. Januar etwa 1500 Menschen teil. Die Demonstration verlief friedlich. Kurz vor dem Ende der Demonstrationsroute verletzten mehrere Hundert Studenten und SchĂŒler die Bannmeile des NiedersĂ€chsischen Landtags und hielten vor diesem ĂŒber eine Stunde eine Kundgebung ab. Die Parlamentarier schlossen sich daraufhin im Landtag ein. In Frankfurt beteiligten sich am 26. Januar etwa 1000 Menschen. Die Polizei erklĂ€rte die Demonstration vorzeitig fĂŒr beendet, als sich auch hier einige Demonstrationsteilnehmer nicht an die Demonstrationsroute halten wollten. Daraufhin löste sich die Demonstration in viele kleinere Gruppen auf, und es kam zu SachbeschĂ€digungen. Die Polizei kesselte verschiedene Gruppen ein, setzte Schlagstöcke ein und nahm ĂŒber 200 Teilnehmer vorĂŒbergehend fest.
Seit die Auswirkungen des sogenannten Bologna-Prozesses spĂŒrbar wurden, fanden an einigen UniversitĂ€ten Studentenproteste gegen die Bologna-Reformen statt. So wurde etwa am 25. November 2008 an der Georg-August-UniversitĂ€t Göttingen gegen die Bachelor-Studienbedingungen protestiert und gefordert, die systematische EntmĂŒndigung der Studierenden solle beendet werden. Es mĂŒsse âSchluss mit der systematischen Zerstörung der UniversitĂ€ten!â sein.cite-ref-4[4]
Auch in Trier protestierten mehr als 600 Studenten am 13. November 2008 gegen die Bologna-Reformen. Dabei wurde die EinfĂŒhrung von modularisierten StudiengĂ€ngen als âGenickbruch fĂŒr das Hochschulsystemâ bezeichnet und kritisiert, dass die "Devise heute Gleichmacherei, Massenabfertigung und Ausrichtung der Bildung auf die Interessen der Wirtschaft" lauten wĂŒrde.cite-ref-5[5] Ăhnliche Proteste fanden auch an der Freien UniversitĂ€t Berlin statt.cite-ref-6[6]
2009
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Hauptartikel
:
Studentenproteste in Deutschland 2009
Im Jahr 2009 fand ein Bundesweiter Bildungsstreik statt. AnlĂ€sslich der Weltwirtschaftskrise und der nahen Bundestagswahl formierte sich deutschlandweit ein breites BĂŒndnis aus SchĂŒlern, Studierenden und Auszubildenden. Es organisierten sich an vielen deutschen UniversitĂ€ten vorbereitende Aktionsgruppen.cite-ref-7[7] Eine der ersten öffentlichen Aktionen des BĂŒndnisses war die Teilnahme an der Demonstration âWir zahlen nicht fĂŒr eure Kriseâ am 28. MĂ€rz 2009 in Berlin, die gegen den Umgang der Bundesregierung mit der Finanzkrise und fĂŒr eine dauerhafte Umverteilung eintrat.cite-ref-8[8] Im Rahmen eines ĂŒberregionalen Koordinationstreffens an der Technischen UniversitĂ€t Berlin befanden sich hunderte streikwillige Studenten in der Stadt, die zusammen mit SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern einen âBildungsblockâ des Demonstrationszuges organisierten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstĂŒtzte in einem Beschluss des Gewerkschaftstages vom 27. April 2009 den Aufruf zum Bildungsstreik.cite-ref-9[9] Am 27. Mai 2009 musste Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgrund studentischer Proteste eine Rede an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin minutenlang unterbrechen. Auf Transparenten wurde unter anderem die Abschaffung von StudiengebĂŒhren gefordert.cite-ref-10[10] Am Montag, den 15. Juni 2009, begann die zentrale Streikwoche mit symbolischen Besetzungen und spontanen Demonstrationen in mehreren deutschen UniversitĂ€tsstandorten.cite-ref-11[11] Am 17. Juni 2009, dem Demonstrationstag der Streikwoche, gingen etwa 230.000 junge Menschen deutschlandweit auf die StraĂen.cite-ref-12[12] Einen wesentlichen neuen Protestimpuls lieferte jedoch die Besetzung mehrerer HörsĂ€le an österreichischen UniversitĂ€ten im Oktober 2009. Dies fĂŒhrt zu Solidarisierungsaktionen an vielen UniversitĂ€ten im deutschsprachigen Raum.cite-ref-13[13] In mehreren deutschen Hochschulen wurden HörsĂ€le von Studierenden besetzt.cite-ref-14[14] Damit erreichte die von Medien als generation 09 bezeichnete Studentenbewegung eine breite mediale Aufmerksamkeit und brachte den österreichischen Wissenschaftsminister EU-Kommissar Johannes Hahn (ĂVP) ĂŒber einen von den GrĂŒnen geforderten Misstrauensantrag parlamentarisch unter Druck.
2011
Im November 2011 begannen erneut Studentenproteste. Es fanden in mehreren deutschen StĂ€dten Demonstrationen statt. Zu Besetzungen kam es in Berlin und Regensburg. Im Vergleich zum Bildungsstreik von 2009 lief der Protest jedoch zurĂŒckhaltend an.cite-ref-15[15] An der Freien UniversitĂ€t Berlin wurde die Besetzung durch das Eingreifen der Polizei nach kurzer Zeit beendet.cite-ref-16[16]
2022/2023
Ab Oktober 2022 besetzten Studierende der internationalen Kampagne End Fossil: Occupy! in mehreren StĂ€dten HörsĂ€le, etwa in Göttingencite-ref-17[17], Duisburg-Essen, Erlangen, Marburg oder Karlsruhe, um ein Ende des fossilen Wirtschaftens zu fordern. Die Proteste wurde ĂŒberwiegend toleriert und endeten oft mit GesprĂ€chsangeboten.cite-ref-18[18] Die Leitung der Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt lieĂ einen besetzten Hörsaal auf dem Campus Westend allerdings am 6. Dezember durch die Polizei rĂ€umen. Der AStA und weitere Studierendengruppen kritisierten das Vorgehen.cite-ref-19[19] Anfang des Jahres besetzten Gruppen von End Fossil HörsĂ€le an der UniversitĂ€t Bonn und an der MLU in Halle an der Saale.cite-ref-20[20] Im Mai 2023 besetzten End-Fossil-Gruppen weitere Schulen und Hochschulen in Deutschland und anderen LĂ€ndern.cite-ref-21[21]
Frankreich
Landesweite Unruhen 2006
In Frankreich kam es im Februar und MĂ€rz 2006 zu landesĂŒbergreifenden Protesten gegen ein neues Sonderarbeitsrecht fĂŒr BerufsanfĂ€nger (Contrat premiĂšre embauche). In der Nacht von 10. auf 11. MĂ€rz wurde die von Protestierenden besetzte Sorbonne von Einheiten der CRS mit TrĂ€nengas und Schlagstockeinsatz gerĂ€umt. Zuvor hatte sich der Pariser BĂŒrgermeister besorgt ĂŒber das ârigide Vorgehenâ der Polizei gezeigt. Einige Beobachter zogen auch Parallelen zu den Mai-Unruhen von 1968. In der Nacht zum 15. MĂ€rz kam es nach einem Marsch auf die Sorbonne zu erneuten gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen mindestens neun Demonstranten festgenommen und mindestens neun Beamte verletzt wurden. In der Nacht zum 17. MĂ€rz weiteten sich die Studentenproteste erneut aus. Nach einem zunĂ€chst friedlichen Demonstrationszuges von der Place dâItalie nach SĂšvres-Babylone kam es zunĂ€chst zu Ausschreitungen zwischen Autonomen und der Polizei, wobei ein Zeitungsstand abgebrannt wurde. SpĂ€ter versammelten sich wieder Demonstranten vor der Sorbonne und forderten den Abzug der Polizei, die das HauptgebĂ€ude und das umliegende Viertel weiter abgesperrt hielt. Bei Ausschreitungen an der Place de la Sorbonne wurden mehrere GeschĂ€fte und Bars verwĂŒstet und ein Buchladen angezĂŒndet, worauf die Polizei das ganze Viertel zwischen Sorbonne, OdĂ©on und St. Michel rĂ€umte. Hierbei wurden etliche Randalierer festgenommen, die sich an den VerwĂŒstungen beteiligt hatten oder spĂ€ter in kleinen Gruppen Autos und Fensterscheiben zerstörten. Nach Angaben der Polizei habe es sich dabei nicht um âStudentenâ gehandelt, sondern um âautonome Krawallmacherâ. Es stellte dabei allerdings die Frage, ob militant Agierende nicht auch Studenten sein können; 92 Polizisten sowie 18 Demonstranten wurden verletzt, 187 Protestierende festgenommen.
Am Samstag, dem 18. MĂ€rz, gingen in Frankreich zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Menschen auf die StraĂe. Besonders hierbei war, dass erstmals sonst verfeindete Gewerkschaften miteinander demonstrierten. Allein in Paris beteiligten sich zwischen 80.000 und 350.000 Menschen an einem Demonstrationszug von Denfert-Rochereau zur Place de la Nation. Auch an diesem Tag kam es wieder zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. ZunĂ€chst verlief die Pariser Veranstaltung friedlich, bis am Ende der Veranstaltung am Rande der Demonstration ein Auto angezĂŒndet wurde und die Fenster von zwei GeschĂ€ften zu Bruch gingen. Obwohl sich die Situation zunĂ€chst wieder beruhigte, beschloss die Polizei, die Demonstration gewaltsam aufzulösen, wobei auch Unbeteiligte verletzt wurden. Die aufgebrachte Menge wurde vom Platz in NebenstraĂen getrieben, wo die Demonstranten brennende Barrikaden errichteten, weitere Autos anzĂŒndeten und zahlreiche GeschĂ€fte zerstörten. SpĂ€ter verlagerte sich der Schwerpunkt wieder auf das Quartier Latin, wo die Polizei einen Sit-in von ca. 500 Studenten, die die Freigabe der Sorbonne forderten, gewaltsam auflöst. SpĂ€ter kam es auch hier wieder zu Krawallen, bei denen die Absperrungen um die Sorbonne teilweise niedergerissen wurden.
Die Polizei kam wĂ€hrend dieser Tage auch in die Kritik, da sie Neonazis zur Sorbonne lieĂen, wo diese Linke unter anderem mit BaseballschlĂ€gern angriffen.
Ăsterreich
Entwicklungen bis 1968
Die 1950er und 1960er Jahre waren vor allem aber noch durch eine starke konservative, deutschnationale, rechtsradikale und auch neonazistische Vorherrschaft unter den Studenten gekennzeichnet, reprĂ€sentiert durch den katholischen Cartellverband und den rechten Ring Freiheitlicher Studenten. Ăsterreich verleugnete zu dieser Zeit noch jede Mitschuld am Nationalsozialismus und definierte sich als âerstes Opferâ. Unter diesem Klima kam es insbesondere nach dem Abzug der BesatzungsmĂ€chte 1955 zu offenerem Auftreten rechter Gruppierungen und Burschenschaften, wie etwa im Oktober 1959, als rund 2000 Deutschnationale anlĂ€sslich des 200. Geburtstages von Friedrich Schiller in Wien aufmarschierten, sangen und KrĂ€nze niederlegten, wĂ€hrend antifaschistische Gegendemonstranten von der Polizei verprĂŒgelt wurden.
Einer der ersten Studentenproteste Ăsterreichs fand 1952 auf der Wiener RingstraĂe statt, als Studenten dort einen Sitzstreik gegen die StudiengebĂŒhren abhielten.cite-ref-revolten-profil-22-0[22]
Bereits im Dezember 1960 war es fĂŒr die Ăsterreichische UniversitĂ€tenkonferenz erstmals notwendig, aufgrund ĂŒberfĂŒllter HörsĂ€le private SĂ€le, wie etwa Kinos, anzumieten, um einen geregelten Studienbetrieb gewĂ€hrleisten zu können.cite-ref-23[23] Gegen diese ZustĂ€nde gab es immer wieder Demonstrationen, etwa am 29. Mai 1961, als auch der Ring blockiert wurde, und am 14. Dezember 1962.cite-ref-24[24] Im Mai 1963 rief die Ăsterreichische HochschĂŒlerschaft (ĂH) zur âAktion Vorschriftâ auf â die Studenten sollten alle inskribierten Vorlesungen besuchen, um die Raumnot sichtbar zu machen. Zudem kam es zu âwildenâ, also unangemeldeten, Demonstrationen am 17. Mai in der Wiener Innenstadt.cite-ref-25[25] Da bei diesen Demonstrationen RFS-Studenten Parolen wie âPittermann in den Kongoâ oder âPittermann â Sozisauâ kam, sagte die HochschĂŒlerschaft weitere Demonstrationen ab, da diese âvon unreifen und radikalen Studenten zu Krawallen und Ăbergriffe miĂbrauchtâ wurden.cite-ref-26[26]
Anfang der 1960er Jahre nahmen rechtsradikale VorfĂ€lle zu, und es kam zunehmend zu Verhaftungen randalierender, rechter Studenten. Die Wiener Burschenschaft Olympia wurde 1961 wegen Verstrickungen in BombenanschlĂ€ge in SĂŒdtirol aufgelöst (und 1973 neu gegrĂŒndet).cite-ref-27[27]
1962 verklagte der Professor fĂŒr Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Hochschule fĂŒr Welthandel, Taras Borodajkewycz, zwei Autoren, die ihn in einem Artikel in Zusammenhang mit âNeonazismusâ stellten. Borodajkewycz war unter den Studenten bekannt fĂŒr seine antisemitischen ĂuĂerungen, die er in seinen Vorlesungen verbreitete, doch die Autoren wurden im November 1963 schuldig gesprochen. Die Diskussionen um Borodajkewycz weiteten sich aus, in der Kabarettreihe âZeitventilâ wurden Zitate Borodajkewyczs bemĂŒht. Borodajkewycz sah sich bemĂŒĂigt, am 23. MĂ€rz 1965 eine Pressekonferenz in den RĂ€umen der HochschĂŒlerschaft durchzufĂŒhren, der zahlreiche Sympathisanten beiwohnten, die bei jeder antisemitischen Aussage laut aufjohlten. Diese Provokationen fĂŒhrten am nĂ€chsten Tag zu ZusammenstöĂen zwischen sozialistischen Studenten und Sympathisanten von Borodajkewycz bei einer seiner Vorlesungen. Der Vorsitzende der HochschĂŒlerschaft solidarisierte sich in der Folge mit Borodajkewycz, Verteiler von Flugzetteln mit dem Aufruf, keinen âAntisemiten und Antidemokratenâ zu dulden, wurden teilweise mit âHeil Borodajkewyczâ-Rufen bedrĂ€ngt.cite-ref-svoboda-28-0[28]
Am 29. MĂ€rz kam es zu Demonstrationen, bei denen 1.000 Gegner Borodajkewyczs auf rund 200 rechtsradikale Gegendemonstranten stieĂen, die Rufe wie âSaujudenâ, âKommunistenschweineâ und âHoch Auschwitzâ von sich gaben. Am 31. MĂ€rz attackierten Rechtsextreme eine weitere Demonstration der Linken mit Stahlruten und Stöcken.cite-ref-svoboda-28-1[28] Bei dieser Demonstration kam es auch zu jenem tödlichen Zwischenfall, der die Eskalationsspirale schlagartig beendete: Bei einem Angriff auf den ehemaligen WiderstandskĂ€mpfer gegen den Nationalsozialismus Ernst Kirchweger durch einen Gegendemonstranten wurde Kirchweger so schwer verletzt, dass er zwei Tage spĂ€ter an den Verletzungen erlag. In der Folge kam es zur bis dahin gröĂten antifaschistischen Demonstration Ăsterreichs der Nachkriegszeit mit 25.000 Teilnehmern.cite-ref-revolten-profil-22-1[22] Hausbesetzer benennen spĂ€ter das Ernst-Kirchweger-Haus nach ihm.
1967 gab es nach dem Mord an Benno Ohnesorg groĂe SolidaritĂ€tskundgebungen. Im selben Jahr kam es auch zu Demonstrationen gegen die EinfĂŒhrung einer EDV-verarbeiteten Hochschulstatistik.cite-ref-revolten-profil-22-2[22]
Entwicklungen nach 1968
1967 entstand die Kommune Wien, eine Mischung aus Aktionsgruppe und Studentenverbindung rund um Robert Schindel, die zwischenzeitlich auch Sozialistische Ăsterreichische Studenten (SĂS) und zuletzt Föderation Neue Linke (FNL) hieĂ. Diese Gruppierung war an vielen Aktionen der Jahre 1967 bis 1969 beteiligt und verschwand anschlieĂend wieder von der BildflĂ€che.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]
Eine der ersten Aktionen des Jahres 1968 war eine Störaktion des Opernballs am 22. Februar, ausgehend von den linken Studentenvertretungen Vereinigung Demokratischer Studenten (VDS) und Freie Ăsterreichische Jugend (FĂJ). Eine Blockade der RingstraĂe wurde zwar bald von der Polizei aufgelöst, doch konnten in der Staatsoper FlugblĂ€tter geworfen werden.cite-ref-31[31]
Am 1. Mai 1968 eskalierten die Spannungen zwischen dem VSStĂ, der Vereinigung sozialistischer Studenten, und der SPĂ, die keine Störung ihres traditionellen Aufmarsches durch Studenten dulden wollte und daher bereits im sĂ€mtliche Transparente vorher kontrollierte. Als am Nachmittag ein Blasmusikkonzert, das auch im Fernsehen ĂŒbertragen werden sollte, durch âReigen tanzendeâ und Diskussionsrunden bildende Studenten âgestörtâ wurde, wurde ein RĂ€umungsultimatum gestellt, und nach dessen erfolglosem Ablaufen stĂŒrmten Polizisten, die von den Studenten mit âHo-Ho-Holaubekâ-Rufen (der Name des damaligen PolizeiprĂ€sidenten) empfangen wurden, den Platz. Es gab, wie zur damaligen Zeit ĂŒblich, zahlreiche Verletzte unter den Studenten, die von Polizisten niedergeknĂŒppelt, getreten und teilweise an den (langen) Haaren vom Platz gezerrt wurden. TatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung hielten die Polizisten dabei von vielen der Konzertbesucher, die Studenten teilweise festhielten oder den Polizisten in die Arme stieĂen. In den darauffolgenden Tagen verlieĂen viele aus Protest gegen die SPĂ den VSStĂ und schlossen sich zum Teil mit der Kommune Wien zum SĂS zusammen.cite-ref-32[32]
Einen ersten Höhepunkt der Studentenproteste des Jahres 1968 markierte ein âTeach-inâ ĂŒber âWeltrevolution und Konterrevolutionâ unter der Leitung von Bahman Nirumand, einem dem deutschen SDS nahestehenden Perser. Die Veranstaltung dauerte bis spĂ€t in die Nacht und mĂŒndete schlieĂlich in die Besetzung des Hörsaal 1 des Neuen InstitutsgebĂ€udes (NIG) der UniversitĂ€t Wien. BetriebsrĂ€te der Floridsdorfer Lokomotivfabrik hielten bis spĂ€t in die Nacht Reden zur drohenden SchlieĂung des Werkes. Die Besetzung wurde am nĂ€chsten Tag beendet, um an der SchĂŒlerdemonstration teilzunehmen, in deren Folge die Parlamentsrampe gestĂŒrmt wurde. Die OberstufenschĂŒler des LycĂ©e Français de Vienne traten aus SolidaritĂ€t mit den französischen Studenten in den Streik, im Gymnasium Stubenbastei boykottierten OberstufenschĂŒler den Unterricht und besetzten, da sie von Professoren am Verlassen des GebĂ€udes gehindert wurden, den Zeichensaal.cite-ref-33[33]
Am 7. Juni kam es zum bekanntesten Ereignis der â68er-Bewegungâ in Ăsterreich: Die als âUni-Ferkeleiâ in die Geschichte eingegangene Veranstaltung âKunst und Revolutionâ aktionistischer KĂŒnstler im Hörsaal 1 des NIG. Die darauffolgende âmediale Hetzkampagneâ lieĂ viele Studenten sich von den Aktivisten rund um den SĂS zu distanzieren, der sich daraufhin allmĂ€hlich auflöste.cite-ref-34[34]
Am 17. Oktober scheiterte zunĂ€chst der Versuch, die Inauguration des neuen Rektors zu stören. Die wenigen, die am frĂŒhen Vormittag zur Veranstaltung im Festsaal vorstoĂen konnten, wurden von RFS- und Korpsstudenten unsanft wieder hinausbefördert. Doch als die WĂŒrdentrĂ€ger spĂ€ter ĂŒber die Aula das GebĂ€ude verlassen wollte, wurden sie von inzwischen zahlreich wartenden Studenten eingeschlossen und mit Konfetti und Tomaten beworfen.cite-ref-35[35]
Den eigentlichen Höhepunkt der Studentenbewegung dieser Zeit sehen viele jedoch in den Ereignissen ab dem 20. JĂ€nner 1969. Der Schah von Persien hielt sich in Wien auf. Es gab Kundgebungen gegen ihn und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ein Teil der Demonstranten flĂŒchtete daraufhin in das Audimax der UniversitĂ€t Wien und besetzte dieses. Der Siegfriedskopf in der Aula, symboltrĂ€chtiger Treffpunkt fĂŒr Burschenschafter, wurde mit Kot beschmiert. Am darauffolgenden Tag gab es erneut Kundgebungen, im Zuge derer sich AnhĂ€nger des Schahs (âJubelperserâ) an den Studenten und sonstigen Demonstranten fĂŒr den Vortag ârĂ€chtenâ und mit Eisenstangen und Latten attackierten. Daraufhin kam es am 22. JĂ€nner zu einer Demonstration mit 3.000 Teilnehmern, die die Ausweisung des iranischen Geheimdienstes forderten. Die Demonstration wurde von der Polizei bei der Freyung angehalten und zur Auflösung angewiesen. Gegendemonstranten, vorrangig aus dem RFS-Umfeld, begleiteten die Demonstration mit Rufen wie âBravo Polizei!â, âNieder mit den roten Fahnenâ und âLieber tot als rotâ. Als die Demonstration ĂŒber den Graben zur Oper weiterzog, kam es erneut zu gewalttĂ€tigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und Verfolgungsszenen. Als auch der Obmann des oppositionellen iranischen Studentenvereins in Wien, Esmail Salem, verhaftet wurde und in den Iran ausgewiesen hĂ€tte werden sollen, gab es erneut Protestaktionen am 27. JĂ€nner, darunter ein âTeach-Inâ im Hörsaal 1 der UniversitĂ€t Wien sowie ein Sitzstreik, gefolgt von einem Hungerstreik iranischer und österreichischer Studenten. Als einziges ZugestĂ€ndnis wurde erreicht, dass Salem nicht in den Iran ausgewiesen wird, sondern in ein Land seiner Wahl ausreisen darf.cite-ref-36[36]
Die nĂ€chsten gröĂeren Protestaktionen und Demonstrationen fanden im Zuge der internationalen Proteste gegen den Einmarsch von US-Soldaten in Kambodscha, Anfang Mai 1970. Nach einer kleineren Kundgebung am 8. Mai gab es am 13. Mai eine groĂe Demonstration, im Zuge derer das Dachgeschoss der Akademie der bildenden KĂŒnste sowie das soziologische Institut der UniversitĂ€t Wien besetzt wurden. Es wurden anti-amerikanische Transparente und am Dach des Hotel Bristol, dem Sitz der US-SALT-Delegation, eine Fahne der vietnamesischen Befreiungsfront gehisst. 5.000 Teilnehmer zĂ€hlte die Demonstration, im Anschluss trafen sich viele zu einer Veranstaltung im Audimax, im Hörsaal 1 des NIG gab es ein Teach-In zwecks Vorbereitung weiterer Aktionen.cite-ref-37[37]
Unter der neuen Regierung Bruno Kreiskys wurden 1969/1970 auf Druck der Studenten Studienkommissionen mit drittelparitĂ€tischem Mitspracherecht der Studenten eingesetzt. Erste Institutsvertretungen wurden gebildet.cite-ref-revolten-profil-22-3[22] 1973 schafft dieselbe Regierung die StudiengebĂŒhren ab.
1975 trat das neue UniversitÀtsorganisationsgesetz in Kraft. Dieses schreibt erstmals Mitbestimmung der Studenten bei universitÀren Entscheidungen fest.cite-ref-revolten-profil-22-4[22]
Von 1976 bis 1984 kam es zu einer Reihe von Aktionsbewegungen, die unter studentischer Beteiligung oder aus studentischen Kreisen ausgingen. Es kam zu einigen Besetzungen, darunter auch jene des alten Schlachthofes in Sankt Marx unter Beteiligung heute bekannter SĂ€nger wie Wolfgang Ambros. Aus dieser Besetzung ging die Arena Wien hervor. Ebenfalls in dieser Zeit entstanden das WUK, das GAGA und das Amerlinghaus.cite-ref-revolten-profil-22-5[22]
Ab Mitte der 1980er Jahre verlor die konservative, ĂVP-nahe Aktionsgemeinschaft (AG) und ihr nahestehende rechte Studentenvertretungen erstmals nach Jahrzehnten die Mehrheit bei den Wahlen der österreichischen HochschĂŒlerschaft (ĂH), und die ĂH nimmt bei den folgenden Protesten eine stĂ€rkere Rolle ein.
1987 besetzten Studenten aus Protest gegen ein Sparpaket im Bildungsbereich das Audimax der UniversitĂ€t Wien. Es blieb bis Mitte November besetzt, gleichzeitig fanden immer wieder auch spontane Demonstrationen und Protestaktionen statt. Auch in anderen österreichischen UniversitĂ€tsstĂ€dten fanden Demonstrationen statt. Die gröĂte Demonstration fand am Samstag, den 24. Oktober 1987, mit auf bis zu 40.000 geschĂ€tzten Teilnehmern statt. Bis zu den Weihnachtsferien wurden die Demonstrationen immer schwĂ€cher, nach den Weihnachtsferien waren die Proteste zu Ende. Die konservative Studentenvertretung AG distanzierte sich hingegen davon und veranstaltete eine eigene Demonstration im November.cite-ref-bewegungsgeschichte-38-0[38]
Im Herbst 1989 fanden mehrere kleinere Aktionen und Demonstrationen von einzelnen Instituten und linken Gruppierungen statt. Im JĂ€nner 1992 wurde das Audimax in Wien wieder besetzt und eine âPlattform gegen StudienverschĂ€rfungenâ gegrĂŒndet. Eine von der AG organisierte Demo erreichte im MĂ€rz 10.000 Teilnehmer.
1992 kam es als Reaktion auf das FP-Anti-AuslĂ€nder-Volksbegehren zu einigen Gegendemonstrationen, 1993 wurde ein Lichtermeer aus Kerzen am Wiener Heldenplatz entzĂŒndet.cite-ref-revolten-profil-22-6[22]
Ebenfalls 1993 wurde ein neues UniversitĂ€tsorganisationsgesetz beschlossen. Diesem folgte ein 1995 angekĂŒndigtes und 1996 in Kraft getretenes Sparpaket, das auch das Bildungssystem treffen sollte. Bereits Ende September gab es Protestaktionen an vielen Mittelschulen, am 22. September 1995 demonstrierten Tausende in Wien. Am 17. Oktober 1995 wurde gegen die Stimmen der AG von der ĂH erneut eine Demonstration veranstaltet, an der etwa 10.000 teilnehmen. Bereits in den Semesterferien mobilisieren einige Institutsvertretungen fĂŒr neuerliche Proteste, das Audimax wurde erneut besetzt, spielte aber aufgrund dezentralerer Strukturen eine kleinere Rolle als frĂŒher. Am 14. MĂ€rz demonstrierten rund 40.000 Menschen.cite-ref-revolten-profil-22-7[22]cite-ref-bewegungsgeschichte-38-1[38] In den folgenden Wochen fand jeden Freitag eine Demonstration statt, um das Abbröckeln der Bewegung zu verhindern. Es nahmen jedoch immer weniger Studenten daran teil. Spontane, unangemeldete DemonstrationszĂŒge durch Wien lösten die regelmĂ€Ăigen Proteste ab. Beides waren Protestvariationen, die bei den Donnerstagsdemonstrationen im Jahr 2000 gegen die Mitte-rechts-Regierung breit zum Einsatz kamen.cite-ref-bewegungsgeschichte-38-2[38]
Im Jahr 2000 fanden zahlreiche Demonstrationen, auch aus studentischem Umfeld, gegen die neue Regierung Wolfgang SchĂŒssels mit der FPĂ Jörg Haiders statt. Gegen die WiedereinfĂŒhrung der StudiengebĂŒhren, die dieselbe Regierung 2001/2002 wieder einfĂŒhrte, gab es im Vorfeld erneut heftige Demonstrationen.cite-ref-revolten-profil-22-8[22] Am 19. September 2000, dem Tag an dem die WiedereinfĂŒhrung der StudiengebĂŒhren bekannt wurde, kam es zu einer spontanen Demonstration am Ring. Im Zuge der Donnerstagsdemonstrationen wurde auch immer wieder die Bildungspolitik thematisiert und an einer eigenen Demonstration gegen die WiedereinfĂŒhrung der StudiengebĂŒhren am 11. Oktober nahmen zehntausende Studenten teil. Demonstrationen und kleinere, unregelmĂ€Ăige Aktionen fanden bis zum MĂ€rz 2001 statt. Ein regelmĂ€Ăiger Uni-Aktionstag konnte nicht durchgesetzt werden.cite-ref-bewegungsgeschichte-38-3[38]
Auch 2002 kam es zu einer kurzzeitigen Besetzung des Wiener Audimax, aus Protest gegen das UniversitÀtsgesetz 2002 von Ministerin Gehrer.cite-ref-39[39]
Am 20. JĂ€nner 2004 gab es eine von der ĂH organisierte mehrstĂŒndige Besetzung des Rektorats und des Senatssitzungssaales durch mehrere hundert Studenten aus Protest gegen den neuen Organisationsplan von Rektor Winckler, der laut VorwĂŒrfen der Studenten demokratische Strukturen endgĂŒltig abschaffe und durch neoliberale Strukturen und PlĂ€ne ersetze. Bei dieser Besetzung, die wĂ€hrend einer Sitzung stattfand, kam es zur Tortungcite-ref-40[40] von Rektor Winckler.cite-ref-bewegungsgeschichte-38-4[38]cite-ref-41[41] Auch im MĂ€rz gab es eine eintĂ€gige Besetzung des Rektorats und des Senatssitzungssaales durch dutzende Studierende aus Protest gegen die unzureichende BerĂŒcksichtigung von Frauen im neuen Organisationsplan.cite-ref-42[42]
Studentenproteste 2009
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Hauptartikel
:
Studierendenproteste in Ăsterreich 2009
Am 20. Oktober 2009 besetzten Lehrpersonal und Studenten der Akademie der Bildenden KĂŒnste aus Protest gegen die EinfĂŒhrung des Bachelor/Master-Systems (vgl. Bologna-Prozess), das vom Rektorat unterstĂŒtzt wird, ihre UniversitĂ€t unter dem Motto Unsere Uni. In der Folge fand am 22. Oktober eine SolidaritĂ€tskundgebung von Studenten der UniversitĂ€t Wien im Votivpark vor dem HauptgebĂ€ude statt. Die Kundgebung wurde wenig spĂ€ter von der Polizei aufgelöst, woraufhin die Demonstranten in das UniversitĂ€tsgebĂ€ude zogen und kurzerhand das Auditorium maximum besetzten. Innerhalb kurzer Zeit erhielt die Besetzung groĂen Zulauf, sie dauerte 61 Tage und somit so lange wie noch nie an. Unterschied zu frĂŒheren Audimax-Besetzungen war auch die Ausdehnung: Neben dem Audimax waren zwei direkt angrenzende, groĂe RĂ€ume (Garderobe und Prominentenzimmer) ebenfalls besetzt. Erstere als VolkskĂŒche, zweiteres als Presse- und Medienraum. Bis zuletzt war auch das UniversitĂ€tssportzentrum (USI), das ebenfalls im HauptgebĂ€ude, jedoch in einem anderen Trakt liegt, besetzt. Vor allem aber wurde am 27. Oktober auch am Campus ein Hörsaal, der zweitgröĂte Ăsterreichs, der âC1â, der ĂŒber groĂe FreiflĂ€chen im Foyer verfĂŒgt, besetzt und mit Couches und HĂ€ngematten ausgestaltet. Dieser blieb bis zum 6. JĂ€nner 2010 besetzt, also 77 Tage. Das ĂŒbrige GebĂ€ude darf allerdings weiterhin genĂŒtzt werden, der Hörsaal wird zudem weiterhin abends fĂŒr Plena freigegeben.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44] Die Proteste weiteten sich unter dem gemeinsamen symbolischen Motto Uni brenntcite-ref-45[45] auf andere österreichische UniversitĂ€ten aus, so wurden HörsĂ€le in Graz, Linz und Salzburg besetzt.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47] Der Protest richtet sich unter anderem gegen StudiengebĂŒhren, ZulassungsbeschrĂ€nkungen und die Politik des österreichischen Wissenschafts- und Forschungsministers Johannes Hahn (ĂVP).
Gefordert werden generell mehr finanzielle und rĂ€umliche KapazitĂ€ten fĂŒr die österreichischen UniversitĂ€ten, die unter chronischer Platznot und einem schlechten BetreuungsverhĂ€ltnis leiden.cite-ref-48[48] FĂŒr 28. Oktober wurde zu einer groĂen Demo, die unter dem Motto Mehr Geld fĂŒr Bildung statt fĂŒr Banken und Konzerne stand, aufgerufen. Zwischen 10.000 (laut Polizei), 20.000 bis 30.000 (Tagesschaucite-ref-49[49]) und 50.000 (laut Veranstalter) Demonstrierende nahmen bei diesem Protestzug ĂŒber die Wiener RingstraĂe und durch die Innenstadt teil.cite-ref-50[50] Am 30. Oktober wurde nach einer Demonstration durch die Innsbrucker Innenstadt auch der gröĂte Hörsaal der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen FakultĂ€t der Leopold-Franzens-UniversitĂ€t von protestierenden Studenten besetzt.cite-ref-51[51]
Schweiz
Unter dem Slogan Education is not for sale protestieren auch die Studenten in Basel gegen zu hohe StudiengebĂŒhren sowie gegen den Unirat. Weitere Anliegen der Studierenden sind die Transparenz der ECTS-Vergabe und deren Vereinheitlichung sowie die durch die Bologna-Reform intendierte Verbesserung der internationalen MobilitĂ€t der Studierenden. Am 11. November 2009 haben Studenten der UniversitĂ€t Basel die Aula besetzt. Verschiedene Aktionen, darunter Konzerte und Poetry Slams, verschafften schweizweit Aufsehen. Am 12. November erschien der Rektor Antonio Loprieno zu einer Diskussion mit Studenten, in der diese ihre Forderungen stellten.
Griechenland
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Hauptartikel
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Aufstand am Polytechneion Athen
Eine Jugend- und Studentenbewegung vergleichbar der 68er-Bewegung in vielen LĂ€ndern des westlichen Europas war in Griechenland jahrelang dadurch erschwert, dass die griechische MilitĂ€rdiktatur seit dem 21. April 1967 jede Form von Opposition unterdrĂŒckte.
Die âJunta der Obristenâ stieĂ unter vielen Regierungen und vor allem in der Ăffentlichkeit der Nationen des Westens auf konsequente Ablehnung. Trotzdem regte sich im Laufe der Jahre auch in Griechenland der Widerstand, der an den groĂen UniversitĂ€ten sich an der Tatsache entzĂŒndete, dass den Studierenden keine demokratische Wahl ihrer Vertretung in den UniversitĂ€tsgremien erlaubt wurde.cite-ref-52[52]
Beginn der Proteste
Im Wintersemester 1972/73 wurden wiederum Wahlen gefordert und auch ĂŒber die Lehrinhalte wollten die Studierenden diskutieren. Nach der ZurĂŒckweisung kam es zu Protesten. âDas Regime reagierte [...] mit dem PolizeiknĂŒppel [...] Zugleich wurde ein Gesetz erlassen, das es ermöglichte, unbotmĂ€Ăige Studenten sofort zum MilitĂ€rdienst einzuziehen.âcite-ref-53[53] Dagegen kam es am 13. Februar 1973 zu einer Demonstration, die gewaltsam aufgelöst wurde und 37 Studenten wurden sofort eingezogen. Es kam zu weiteren Unruhen und 51 neuen Einberufungen.
Daraufhin verbarrikadierten sich am 21. Februar etwa 2.000 Studenten im GebĂ€ude der juristischen FakultĂ€t. Der Senat der UniversitĂ€t versuchte zu vermitteln und die Besetzung wurde beendet. Doch die JuntafĂŒhrung blieb hart â die 96 einberufenen Studenten sollten ihren Wehrdienst ableisten. Nun folgten auch Unruhen in Thessaloniki und Patras. In Athen wurde wiederum die juristische FakultĂ€t besetzt und am 20. MĂ€rz 1973 stĂŒrmte die Polizei das GebĂ€ude.cite-ref-54[54]
Jede Rechtshilfe griechischer und auch internationaler AnwĂ€lte fĂŒr die Verhafteten wurde verwehrt.
Am 4. November 1973 kam es nach einem Gottesdienst in der Athener Kathedrale zum Tod des sozialistischen Politikers Georgios Papandreou zu Kundgebungen gegen die Junta und zu StraĂenschlachten mit der sofort eingreifenden Polizei. Weitere drastische Urteile gegen Studenten fĂŒhrten erneut zu Protesten zunĂ€chst an der UniversitĂ€t Athen.
Besetzung des Polytechneion
Am 14. November besetzten einige tausend Studenten das Polytechneion der Athener UniversitÀt. Andere versammelten sich in weiteren Instituten. Alle Studenten forderten, dass sie ihre Vertretung selbst wÀhlen durften. Die Wahlen sollten am 4. Dezember 1973 abgehalten werden.cite-ref-55[55]
Der griechische Diktator Papadopoulos zögerte zunÀchst, da sich der Direktor und der Senat des Polytechneions hinter die Studenten stellte und selbst der Erziehungsminister zu vermitteln suchte, doch kam es nun zunehmend auch zu Unruhen in der Bevölkerung der Hauptstadt.
Am Morgen des 15. Novembers hatte ein Kurzwellensender der Studenten erste Sendungen ausgestrahlt, die von der Deutschen Welle aufgezeichnet und von Deutschland aus in ganz Griechenland verbreitet wurden. âAm Nachmittag befanden sich etwa 6.000 Menschen am Polytechneion, Studenten, SchĂŒler und Arbeiter. Gegen 20 Uhr stieg die Zahl auf etwa 15.000. Dem Leitungskomitee wurden zwei Arbeiter und ein SchĂŒler assoziiert.âcite-ref-56[56]
Am 16. November besetzten auch in Thessaloniki und Patras jeweils ca. 1.000 Studenten Institute ihrer UniversitÀten.
Am Mittag fand eine Kabinettssitzung statt. Papadopoulos âerklĂ€rte den Versammelten, dass beim Polytechneion etwas geschehen mĂŒsse; aber es dĂŒrfe kein Blut vergossen werden. [...] Er wollte die Armee einsetzen. Wer den Befehl gab, von Mittag an Agents provocateurs der KYP (Geheimdienst) und der MilitĂ€rpolizei (ESA) einzusetzen, um VorwĂ€nde fĂŒr das Eingreifen zu schaffen, ist nicht klar.âcite-ref-57[57]
Am spĂ€teren Nachmittag kam es in der Stadt, beim Syntagma-Platz, beim Nomarchie-GebĂ€ude und vor dem Ministerium fĂŒr Ăffentliche Ordnung zu Demonstrationen und ZusammenstöĂen mit der Polizei. Diese Aktionen gingen nicht vom Polytechneion aus. âDie Demonstranten waren Studenten anderer Athener Hochschulen, SchĂŒler, Arbeiter und die ĂŒblichen Chaoten, die bei solchen Gelegenheiten immer dabei sind. [...] Im Polytechneion war die Lage unverĂ€ndert. Der Senat stand nach wie vor geschlossen hinter dem Rektor. Gegen 16 Uhr gaben die Studenten im GebĂ€ude eine Pressekonferenz, auf der sie selbst erfuhren, dass es zu einem TrĂ€nengaseinsatz gegen sie kommen könne.â Dies wurde um 17 Uhr tatsĂ€chlich im Vorhof eingesetzt.cite-ref-58[58]
Um 22.30 Uhr setzten sich die MilitÀreinheiten mit 10 Panzern und 3 gepanzerten Mannschaftstransportwagen in Richtung Zentrum in Bewegung.
17. November 1973
âGegen 1 Uhr in der FrĂŒhe des 17. November trafen die Panzer in der Gegend des Polytechneion ein.â Ăberall flĂŒchteten die Menschen. Gegen 2 Uhr standen die Panzer vor dem akademischen GelĂ€nde. âEtwa eine Viertelstunde spĂ€ter erschien eine Gruppe von Studenten, um mit den MilitĂ€rs ĂŒber einen friedlichen Abzug zu verhandeln. [⊠Sie] baten um eine halbe Stunde Zeit, um das GelĂ€nde zu rĂ€umen. Die Offiziere wollten ihnen allenfalls zehn Minuten gewĂ€hren, dann wĂŒrden sie Gewalt anwenden.â Inzwischen war der Vorhof des Polytechneions voll von Studenten.
âAls sich ein Panzer nĂ€herte, riefen sie âNicht schieĂen, wir sind BrĂŒderâ. Dann begannen sie, die Nationalhymne zu singen. Noch bevor die zehn Minuten abgelaufen waren, rollte ein Panzer auf das schwere, schmiedeeiserne Tor der Hochschule zu. Pressefotos zeigen den Panzer mit der Kanone gegen das Polytechneion gerichtet mit dem Kommandanten im Turm stehend. Hinter dem Tor hatten die Studenten einen alten Mercedes als weiteres Hindernis geparkt. Der Panzer durchbrach das Tor und ĂŒberrollte das Auto. Studenten und Journalisten, die auf den seitlichen Torpfeilern saĂen, wurden heruntergeschleudert. Dabei soll es Tote gegeben haben. Die Soldaten drangen in das GebĂ€ude ein. Um 2.45 Uhr endeten die Sendungen von Radio Polytechneion. Die Studenten auf dem GelĂ€nde und im GebĂ€ude versuchten zu fliehen. Vielen gelang die Flucht, aber eine groĂe Zahl wurde verhaftet.â
â
Richter, S. 393 f. Nach
:
Woodhouse:
Rise and Fall
, S. 137.
Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel veröffentlichte die letzten Sendungen von Radio Polytechneion.cite-ref-59[59]
âĂber die UniversitĂ€tsstĂ€dte Athen, Thessaloniki und Patras wurde eine nĂ€chtliche Ausgangssperre verhĂ€ngt. Die Presse wurde einer scharfen Zensur unterworfen. [...] Dennoch kam es am 18. November immer wieder zu kleineren Unruhen.âcite-ref-60[60] Es folgte eine propagandistische Welle der Junta, die unter anderen auch âden alten Politikernâ die Schuld gab â die griechischen Botschaften im Ausland erklĂ€rten, dass âdas Ganze eine Verschwörung von Anarchisten gewesen sei, um die Wahlen und die geplante RĂŒckkehr zur Demokratie zu verhindern.âcite-ref-61[61]
Folgen des Aufstandes
âPrĂ€zise nachprĂŒfbare Angaben ĂŒber die Zahl der Toten, Verletzten und Verhafteten liegen bis heute (2012) nicht vor. Die im spĂ€teren Prozess gemachten Angaben schwanken. Danach hatte es zwischen 700 und 1.000 Verhaftete, zwischen 180 und 200 Verletzte und 23 Tote gegeben. Bei der Polizei soll es weniger als ein Dutzend Verletzte gegeben haben, von denen keiner Schussverletzungen hatte. Nur ein Polizist war ernsthaft verletzt.âcite-ref-62[62] Bis heute findet jedes Jahr am 17. November eine Gedenkdemonstration statt.
Die Unruhen gelten allgemein als âAufstand der Studentenâ, doch zeigt eine Zuordnung der Verhafteten bei der Niederschlagung in der Nacht des 16. auf den 17. November, dass die Beteiligung weit umfassender war: âNur 49 Studenten stammten vom Polytechneion. 268 Studenten gehörten anderen Athener UniversitĂ€tsinstitutionen an. 74 waren SchĂŒler und 475 Arbeiter.âcite-ref-63[63]
Der Widerhall des Vorgangs im In- und Ausland war so groĂ, dass unmittelbar danach â am 25. November 1973 â der Diktator Papadopoulos ĂŒber interne Verwerfungen stĂŒrzte und sein Nachfolger Ioannidis, der einen noch schĂ€rferen Kurs betrieb, den endgĂŒltigen Sturz der Junta nur noch bis zum Sommer 1974 verzögern konnte.
Literatur
⹠Marek Neumann-Schönwetter u. a.: Anpassen und Untergehen. BdWi-Verlag, Marburg 1999 (= Reihe Hochschule. Band 1).
âą Robert Foltin: Und wir bewegen uns doch â Soziale Bewegungen in Ăsterreich. Edition Grundrisse, Wien 2004.
âą Andreas Keller: Hochschulreform und Hochschulrevolte. BdWi-Verlag, Marburg 2000 (= Reihe Hochschule. Band 4; Zugleich Dissertation Marburg).
⹠Martin Klimke: Student Protest in West Germany and the United States in the Global Sixties, Princeton University Press, Princeton, New Jersey, 2010, ISBN 978-0-691-13127-6; auch als Hörbuch.
âą Heinz A. Richter: Griechenland 1950â1974. Zwischen Demokratie und Diktatur. Verlag F. P. Rutzen, Mainz und Ruhpolding 2013, ISBN 978-3-447-06908-3.
âą Ăffentlichkeitsausschuss der FSR-VV an der Ernst-Bloch-Uni TĂŒbingen: USTA-MATerialien. TĂŒbingen 1981.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Ende der Unbescheidenheit, Flugblatt zum Studentenstreik, UniversitĂ€t Frankfurt/Main, 21. November 1988: âDie neu entstandenen Formen der Selbstorganisation wie AktionsausschĂŒsse, Zentraler Fachschaftenrat, und Vollversammlungen bieten die Möglichkeit, politische Inhalte und Aktionsformen zu entwickeln, die sich gegen die durchsichtigen Interessen der Unileitung, der parteiabhĂ€ngigen Gruppierungen und gegen die Profilierungsneurosen einzelner Studentenpolitiker behaupten. Die Dynamik des sich manifestierenden Protestes ermöglicht jetzt die Organisierung eines uniweiten Streiks. Ein AKTIVER STREIK in den nĂ€chsten Tagen bietet gerade die Chance, unabhĂ€ngig vom Studienalltag, ĂŒber alle Fachbereichsgrenzen hinweg, unser Unbehagen und unsere KritikansĂ€tze an den VerhĂ€ltnissen in der Uni und ĂŒber sie hinaus weiter zu entwickeln. Im Streik wird sich zeigen können, inwieweit der Protest nicht bloĂe Eintagsfliege im grauen Unialltag bleibt, inwieweit kritisierte Studienbedingungen zur studentischen Kritik an den Bedingungen werden.â
cite-note-22. â Neuerliche Besetzung der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t.
cite-note-44. â Vgl. exemplarisch http://www.goest.de/bolognaprozess.htm
cite-note-55. â Vgl. den @1@2Vorlage:Toter Link/www.16vor.deBericht von 16vor (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2017. Suche in Webarchiven)
cite-note-66. â Vgl. http://www.jungewelt.de/2008/11-13/028.php
cite-note-77. â Internetseite zum bundesweiten Bildungsstreik 2009 (Memento vom 2. August 2009 im Internet Archive), Memento im Internet Archive, abgerufen am 15. Februar 2017.
cite-note-88. â Wir zahlen nicht fĂŒr Eure Krise. In: Tagesspiegel. 29. MĂ€rz 2009 (Online).
cite-note-99. â Bildungsstreik 2009 - Beschluss des GEW-Gewerkschaftstags (Memento vom 12. Juni 2009 im Internet Archive)
cite-note-1010. â Studenten pfeifen Kanzlerin Merkel an Humboldt-Uni aus (Memento vom 11. Februar 2010 im Internet Archive)
cite-note-1111. â Tagesschau.de (Memento vom 18. Juni 2009 im Internet Archive): Bildungsstreik beginnt mit besetzten HörsĂ€len
cite-note-1212. â Deutscher Bundestag: "Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks ernstnehmen", aktuelle Stunde zum Bildungsstreik vom 18. Juni 2009.
cite-note-1313. â taz.de vom 7. November 2009: Studierende protestieren wieder
cite-note-1414. â tagesschau.de vom 12. November 2009: Aufruhr an den UniversitĂ€ten (Memento vom 13. November 2009 im Internet Archive)
cite-note-1515. â Unispiegel: Occupy? Von wegen, aufgerufen am 17. November 2011
cite-note-1616. â Der Tagesspiegel: Besetzter FU-Hörsaal gerĂ€umt, aufgerufen am 17. November 2011.
cite-note-1818. â Klimaaktivisten besetzen weiterhin HörsĂ€le. In: Forschung & Lehre. 17. November 2022, abgerufen am 9. Dezember 2022.
cite-note-1919. â Hörsaalbesetzung in Frankfurt endet mit RĂ€umung. In: Forschung & Lehre. 7. Dezember 2022, abgerufen am 9. Dezember 2022.
cite-note-2020. â Klimaaktivisten besetzen erneut HörsĂ€le. In: Forschung & Lehre. 10. Januar 2023, abgerufen am 11. Januar 2023.
cite-note-2323. â Peter Eppel, Heinrich Lotter: Dokumentation zur österreichischen Zeitgeschichte. 1955â1980. Verlag Jugend und Volk, Wien 1981, S. 449; zitiert nach: Robert Foltin: Und wir bewegen uns doch â Soziale Bewegungen in Ăsterreich. Edition Grundrisse, Wien 2004, S. 65 (Buch Copyleft-lizenziert).
cite-note-2424. â Fritz Keller: Wien, Mai 68 â Eine heiĂe Viertelstunde. Junius-Verlag, Wien 1983, S. 29; zitiert nach: Foltin, 2004, S. 65.
cite-note-2525. â Keller, 1983, S. 30; zitiert nach: Foltin, 2004, S. 65.
cite-note-2626. â Fritz Keller: Ein neuer FrĂŒhling? Sozialistische Jugendorganisationen 1945 bis 1965. Europaverlag, Wien 1985, S. 120; Eppel, Lotter, 1981, S. 451; beides zitiert nach: Foltin, 2004, S. 65.
cite-note-2727. â Foltin, 2004, S. 48.
cite-note-svoboda-2828. â Wilhelm Svoboda: Revolte und Establishment. Die Geschichte des Verbandes Sozialistischer MittelschĂŒler 1953â1973. Böhlau Verlag, Wien 1986, S. 57 ff.; Zitiert nach: Foltin, 2004, S. 48.
cite-note-2929. â www.demokratziezentrum.at â 1968 in Ăsterreich.
cite-note-3030. â Foltin, 2004, S. 66â68.
cite-note-3131. â Foltin, 2004, S. 69.
cite-note-3232. â Keller, 1983, S. 72; nach: Foltin, 2004, S. 70.
cite-note-3333. â Keller, 1983, S. 78; nach: Foltin, 2004, S. 71.
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cite-note-4343. â InternetprĂ€senz des Studentenprotests 2009.
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cite-note-4545. â unibrennt.at â Aktuelle Berichte zu den UniversitĂ€tsprotesten in Ăsterreich.
cite-note-4646. â Die Presse: Studentenproteste in Graz, Linz und Klagenfurt vom 27. Oktober 2009 (abgerufen am 28. Oktober 2009).
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cite-note-4848. â orf.at: Hunderte halten Audimax weiter besetzt, Artikel vom 23. Oktober 2009.
cite-note-4949. â Startseite Inland Ausland Wirtschaft Regional Bundestagswahl Wahlarchiv Wetter Multimedia VideoLivestream tagesschau 02:55 Uhr Videotagesschau24 VideoLetzte Sendung tagesschau 01:25 Uhr Sendung anzeigen Weltatlas Info-Services meta.tagesschau.de Blog News in English Haberler FĂŒr Kinder Spendenkonten Ăber uns Korrespondentenwelt Archiv Inhaltsverzeichnis Massive Studentenproteste in Ăsterreich â Matthias Keller-May, BR 30.10.2009 (Memento vom 2. November 2009 im Internet Archive) (Video nicht mehr verfĂŒgbar).
cite-note-5050. â derstandard.at: Uni-Besetzung Tag 7: Zehntausende demonstrieren in Wien gegen Bildungsabbau. 28. Oktober 2009 (abgerufen am 29. Oktober 2009).
cite-note-5151. â Tiroler Tageszeitung: Studenten besetzen gröĂten Hörsaal der SoWi Innsbruck. 30. Oktober 2009 (abgerufen am 30. Oktober 2009).
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cite-note-5353. â Heinz A. Richter: Griechenland 1950â1974. Zwischen Demokratie und Diktatur. Verlag F.P. Rutzen, Mainz und Ruhpolding, 2013, S. 383.
cite-note-5454. â Hierzu: Keesing's Contemporary Archives, S. 26.325; FRUS 1969â1976, XXX, S. 3.; Der Spiegel 9 (26. Februar 1973): Griechenland. Geistiger Tod., S. 74 f.
cite-note-5555. â Richter, S. 389; Keesing's Temporary Archives, S. 26.235.
cite-note-5656. â Filippos Kavvadia: Edo Polytechneio. (Athen: Sakkoulas, 1974), S. 35 f. In: Richter, S. 390.
cite-note-5757. â Christopher Montague Woodhouse: The Rise and the Fall of the Greek Colonels. Franklin Watts, New York 1985, S. 133.
cite-note-5858. â Richter, S. 391.
cite-note-5959. â Der Spiegel 48, 26. November 1973: Griechen, wie könnt ihr schlafen?, S. 124.
cite-note-6060. â Richter, S. 394.
cite-note-6161. â Woodhouse: Rise and Fall, S. 139â141.
cite-note-6262. â Woodhouse: Rise and Fall, S. 137. âEine Untersuchung der griechischen Forschungsstiftung (Ethniko Idryma Erevnon) aus dem Jahr 2003 nennt 24 Tote und 886 Verhaftete, unterscheidet aber nicht zwischen [den VorfĂ€llen] an Polytechneion und Ministerium.â Aus: A Day in History, Athen News (28. November 2012).
cite-note-6363. â Woodhouse: Rise and Fall. S. 138.